Es ist der grösste Kanu-Marathon der Schweiz, der jedes Jahr auf dem Vierwaldstättersee stattfindet. Dieses Jahr stehen nach einem gewichtigen Rücktritt im OK einige Veränderungen an. Im Interview stehen der abtretende Organisationschef Reto Wyss und sein Nachfolger Michi Reber Red und Antwort.

Reto Wyss, nach zehn Austragungen gibst du die Organisation des grössten Kanu-Marathons der Schweiz ab. Warum hast du damals als Initiant gedacht, dass das beschauliche Dorf Buochs so eine Veranstaltung braucht?

Reto Wyss: Im Jahr 2015 durften wir das Wassersportzentrum eröffnen. Die Intention war: Wir haben eine super Infrastruktur, diese tolle Anlage wollen wir möglichst vielen Kanubegeisterten zeigen. In der Schweiz gab es zu dieser Zeit noch kaum solche Kanu-Marathons. Um Aufsehen zu erregen, machten wir darum etwas, das es so noch nicht gab. Welche Breitenwirkung solche Marathons haben, sahen wir im Laufbereich – davon liessen wir uns inspirieren.

Also etwas für den Breiten- und nicht nur den Spitzensport.

Reto Wyss: Genau. Mit dem Rennen auf der Engelberger Aa organisierten wir bereits einen Wettkampf. Wir wollten mit dem Marathon aus dieser Nische heraus und möglichst vielen Leuten zeigen, wie toll dieser Sport ist – besonders auf dem Vierwaldstättersee.

«Wer in Buochs lebt, realisiert gar nicht, was wir hier für eine wunderschöne Umgebung haben»: Dank Initiant Reto Wyss hat sich der Kanu-Marathon auch international etabliert. BILD NEIL SMORTHIT

«Wer in Buochs lebt, realisiert gar nicht, was wir hier für eine wunderschöne Umgebung haben»: Dank Initiant Reto Wyss hat sich der Kanu-Marathon auch international etabliert. BILD NEIL SMORTHIT

Ist das gelungen?

Reto Wyss: Wir haben ein sehr treues Teilnehmerfeld. Teilweise reisen Teams über 1000 Kilometer entfernt von Buochs an und verbinden die Marathonteilnahme gleich mit Ferien in der Region. Der Wermutstropfen ist, dass wir nicht ein paar hundert Paddlerinnen und Paddler mehr anlocken. Aber jene, die kommen, kommen immer wieder – und das ist für uns schon mal super.

Woran liegt diese Treue?

Reto Wyss: Ich glaube, wer in Buochs lebt, realisiert gar nicht, was wir hier für eine wunderschöne Umgebung haben. Dieses Panorama ist einmalig. Zudem verfügen wir über eine ideale Infrastruktur und sorgen für eine einwandfreie Organisation. Darum sagen sich die Leute: Da gehen wir wieder hin.

Michi Reber, am 12. September wird der erste Kanu-Marathon unter deiner Fittiche durchgeführt. Musstest du dich dafür überreden lassen?

Michi Reber: Ich kam letztes Jahr als Sicherheitschef frisch ins OK. Reto suchte damals händeringend nach einer Nachfolge. Es war eine Art Freundschaftsdienst für ihn – im Wissen, dass ich auf ein funktionierendes OK zählen kann. Überdies bedeutet Buochs für mich Heimat, auch wenn ich nicht mehr hier lebe. So kann ich mit der Organisation des Kanu-Marathons Freundschaften pflegen, die seit meiner Kindheit bestehen.

«Gäste, die am See flanieren, sollen profitieren»: Michi Reber strebt als neuer OK-Chef ein attraktives Rahmenprogramm an.

«Gäste, die am See flanieren, sollen profitieren»: Michi Reber strebt als neuer OK-Chef ein attraktives Rahmenprogramm an. BILD NEIL SMORTHIT

Reto, was wünschst du dir für die Zukunft des Marathons?

Reto Wyss: Ich bin in erster Linie glücklich, kann die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werden. Wir profitieren von vielen Kanubegeisterten aus dem Ausland. Aber gleichzeitig besteht verglichen mit Kanu-Marathons in benachbarten Ländern Potenzial bei Einheimischen. Unser Marathon wäre prädestiniert, am Ende der Saison noch mehr ein Happening in der Schweizer Kanuszene zu werden. Im Sinne von: Wir gehen nach Buochs, geniessen diese Strecke und haben eine tolle Zeit miteinander. So könnte sich der Marathon weiterentwickeln – auch dank der Blutauffrischung im OK.

Sind entsprechende Anpassungen vorgesehen?

Michi Reber: Wir werden Schritt für Schritt versuchen, gewisse Dinge zu verbessern. Beispielsweise ist geplant, eine kürzere Strecke von 13 Kilometern anzubieten. Trychler werden in die Siegerehrung einbezogen und die Live-Musik vor Ort wollen wir leicht ausbauen. Davon sollen auch Gäste, die am See flanieren, profitieren. Aber gerade bei meiner ersten Durchführung gilt es erstmals Erfahrungen zu sammeln.